Historie der WOHNHEIM GmbH

Die WOHNHEIM GmbH - Vom Verein zum modernen Wohnungsunternehmen

Am 11. September 2001 feierte die Firma WOHNHEIM, gemeinnützige Gesellschaft für Wohnheime und Arbeiterwohnungen mbH, kurz "WOHNHEIM" genannt, ihr 50-jähriges Bestehen.

Hier finden Sie die interessante Geschichte und Entwicklung unseres Unternehmens zu einem modernen und sozialen Wohnungsunternehmen:


» Gründerzeit

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs waren Wohnungsnot und Obdachlosigkeit groß. Jede Möglichkeit zur Unterkunft wurde genutzt, darunter auch frühere Luftschutzbunker und Barackenlager.

Diese Notunterkünfte mussten verwaltet werden. Zu diesem Zweck wurde 1949 unter der Leitung des Pfarrers Hans Merten der Hessische Verein für Arbeiterwohnheime gegründet. Der Verein übernahm noch im gleichen Jahr mehrere Schulen sowie die beiden Wohnlager Sandhöfer Wiesen in Niederrad und Niedwiesenstraße in Eschersheim.

Weitere Barackenlager der US-Armee und ehemalige Bunker kamen hinzu. Die zu bewältigenden Aufgaben wuchsen und die Stadt Frankfurt am Main entschloss sich deshalb, am 11. September 1951 zusammen mit dem Land Hessen und der Nassauischen Heimstätte die "gemeinnützige Gesellschaft für Wohnheime und Arbeiterwohnungen mbH" zu gründen. Der Verein für Arbeiterwohnheime löste sich auf. Sein Besitz, Eigentum und die sonstigen Rechte wurden auf die neue Gesellschaft übertragen. Im selben Jahr wurden mehrere Bauvorhaben in den Stadtteilen Griesheim und Goldstein begonnen und der erste Betriebsrat gegründet. Bereits 1952/53 konnten dort die ersten Neubauwohnungen vermietet werden, verbunden mit der Auflösung von Notunterkünften.

Nach diesem Erfolg übertrug die Stadt Frankfurt am Main 1955 der Gesellschaft auch die Verwaltung ihrer zahlreichen Obdachlosenunterkünfte. Das Ziel lautete: Baldige Räumung und Unterbringung der Bewohner in normale Wohnungen.

» Zeit des Aufbaus

1958 erfolgte der Umzug der Gesellschaft aus dem Lager Sandhöfer Wiesen in die neuerrichtete Zentrale in der Waldschulstr. 20 in Frankfurt Griesheim.

In den Nachkriegsjahren bis etwa 1960 war der öffentlich geförderte Wohnungsbau das vorrangige Ziel. Über 3.000 Wohnungen und zusätzlich zehn Wohnheime wurden in dieser Zeit errichtet und Notunterkünfte abgerissen. Auch sogenannte Übergangswohnstätten wurden gebaut. Dazu wurden drei Wohnungen pro Hausetage so aufgeteilt, dass dort fünf Familien und ein Alleinstehender wohnen konnten. Dahinter stand ein dreistufiges System: Zuerst die Notunterkunft, dann die Übergangswohnstätte und zuletzt die Normalwohnung, die der heute wieder modernen Idee des optionalen Wohnens mit funktionalen Grundrissen entspricht.

Bis etwa 1970 folgte eine Zeit starker Bautätigkeit. Wegen des nach wie vor großen Wohnungsmangels, auch durch den nicht endenden Zuzug von Arbeitskräften in die Stadt verursacht, wurden weitere 6.000 Wohnungen gebaut, meist klein und seniorengerecht ausgestattet. Parallel hierzu wurden Sondereinrichtungen wie Seniorenzentren und – tagesstätten, Kitas und Jugendeinrichtungen gebaut.

1966 war die WOHNHEIM GmbH maßgeblich an der Einrichtung einer Wohnungsvermittlungsstelle der gemeinnützigen Wohnungsunternehmen in Frankfurt am Main beteiligt und übernahm hierfür die personelle und verwaltungsmäßige Betreuung. Aus dieser Einrichtung ging 1975 die kommunale Wohnungsvermittlungsstelle des Amtes für Wohnungswesen hervor.

» Etablierungs als soziales Wohnungsunternehmen

Schon bei der Gründung des Unternehmens wurde der soziale Auftrag in den Vordergrund gestellt:

  • Wohnraumversorgung von Alleinstehenden
  • Auflösung der Notunterkünfte und
  • Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit bezahlbarem Wohnraum

Mit diesen wohnungspolitischen Zielen lag im Vergleich zu anderen Wohnungsunternehmen der Schwerpunkt der WOHNHEIM GmbH beim Bau von Wohnheimen, ganzen Siedlungen und den ersten Wohnhochhäusern.

Durch diese Ausrichtung wurde das Unternehmen wohnungs- und sozialpolitisch zum Erfüllungsgehilfen der Stadt. Mit Hilfe der Stadt konnte deshalb auch bereits sehr früh eine Sozialbetreuerin für die soziale Mieterberatung und Mieterbetreuung eingestellt werden.

Zusätzlich wurde die WOHNHEIM GmbH von der Stadt auch für die Unterbringung von Aussiedlern und ausländischen Mitbürgern eingeschaltet. Dies erforderte bis in die 90-er Jahre hinein zeitweise die zusätzliche Anmietung mehrerer Wohnheime.

Bis Anfang der 80-er Jahre wurde der Bau von rund 3.500 Sozialwohnungen forciert. Dazu kamen wieder jede Menge Sondereinrichtungen wie Kindertagesstätten, Spielstuben, Jugendeinrichtungen und gewerbliche Objekte. Einen Schwerpunkt bildete wieder der Bau von Seniorenwohnanlagen und Seniorenzentren. Hervorzuheben ist beispielsweise das 1974 eröffnete Marbachzentrum in Eckenheim.

Firmenintern wurde 1972 die paritätische Mitbestimmung im Aufsichtsrat (acht Arbeitnehmervertreter/acht Vertreter der Gesellschaft/eine neutrale Person) eingeführt.

» Wandel zur modernen Immobiliengesellschaft

Die Zeit ab etwa 1980 bis in die Gegenwart ist geprägt durch sozialen, freifinanzierten und einkommensorientierten Wohnungsbau einschließlich Garagen, Kfz-Abstellplätzen, Läden und zusätzliche Sozialeinrichtungen. Beispiele sind das Jugendhaus Heideplatz, das Kinderheim Euckenstraße, aber auch ein Bürohaus in Heddernheim oder der Bau von Reihenhäusern im Neubaugebiet "Frankfurter Bogen".

Es ist die Zeit großer organisatorischer Veränderungen, die Einführung der EDV und der Beginn der Modernisierung des in die Jahre gekommenen Wohnungsbestands. Nach 1979 wurden die ersten Teilmodernisierungen und Energiesparmaßnahmen in Angriff genommen. Diese werden zunehmend verstärkt und ersetzt durch Aufstockungsmaßnahmen, Wohnungszusammenlegungen, Erneuerung von Eingangsbereichen und Müllplätzen, Vollmodernisierungen sowie die Sanierung ganzer Siedlungsgebiete.

Obwohl bereits seit 1990 die Wohnungsgemeinnützigkeit entfallen ist, fühlt sich die WOHNHEIM GmbH diesem Prinzip weiter verpflichtet. Dies drückt auch die 1992 vorgenommene Umbenennung des Unternehmens in WOHNHEIM GmbH aus.

Die Aufgaben für die Zukunft sind nun:

  • Sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung breiter Bevölkerungsschichten
  • Errichtung, Verwaltung und Betreuung von Wohnungen
  • Vorrangige Sicherung des Wohnungsbestands und die Betreibung sonstiger Geschäfte.

Diese vielfältigen Aufgaben sowie die weiter fortschreitende Differenzierung des regionalen Wohnungsmarktes erfordern es, ständig effiziente Managementmethoden zu prüfen und einzuführen. Die Arbeitabläufe müssen optimiert und Rationalisierungseffekte ausgeschöpft werden. Wir sind daher auch bemüht, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig fort- und weiterzubilden.

Ab 2017 verwaltet die WOHNHEIM GmbH ihre Liegenschaften über zwei Service-Center in der Waldschulstraße 20 im Stadtteil Griesheim.

Wir sind überzeugt, damit noch kundenfreundlicher und kundenorientierter zu werden und gerüstet zu sein für die komplexen Anforderungen, die heute und in Zukunft an ein modernes Wohnungsunternehmen gestellt werden.


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